Trotz heftigen Sturms über den Dächern Saitamas besiegen wir Japan mit 3:0 (1:0). In der Startformation standen Enrico, Mulle, Alex, Vedat und Taime. Die Anfangsminuten waren aufgrund des Windes sehr geprägt von Anpassungsschwierigkeiten in der Kommunikation und Ballbehandlung. Doch nach einigen Minuten wurden wir ruhiger, konnten den Ball besser laufen lassen und die Japaner schon früh in ihre Hälfte drängen. Das japanische Angriffsspiel bestand größtenteils nur aus langen Abwürfen, die dann flink verwertet werden sollten. Das konnten wir jedoch geschickt unterbinden. Als der japanische Keeper bei einem deutschen Angriff seinen Torwartraum verließ, gab es den fälligen Sechsmeter. Mulle, der alte Spezialist, trat an den Punkt und brachte uns mit einem Schuss in den oberen Winkel in Führung. Bis zur Halbzeit änderte sich das Spielgeschehen trotz des Vorsprungs nicht. Wir versuchten das 2:0 zu erzielen, aber manchmal nahm nicht nur ein Japaner den Ball vom Fuß, sondern auch der starke Wind. So gingen wir mit der Führung in die Pause.
Zur zweiten Hälfte betraten Lukas und Kofi das Spielfeld. Schon in Halbzeit eins kam Bastizwischenzeitlich für Alex, der verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste. Zur zweiten Spielhälfte konnte Alex jedoch weiterspielen. So gelang ihm nach einem Dribbling über die linke Seite auch das 2:0. Japan verteidigte trotz des Rückstandes weiterhin häufig zu viert und sorgte so logischerweise kaum für Gefahr fürs deutsche Gehäuse, das mittlerweile Sebi hütete. Taime kam erneut für Alex in die Partie und wir konnten das Spiel relativ ruhig herunterspielen. Dennoch unterliefen uns einige unnötige Foulspiele, sodass es zu einem Achtmeter kam, der jedoch deutlich am Tor vorbei strich.
Wenige Minuten vor Schluss nahm Kofi den Ball in seiner unnachahlichen Art an der linken Bande an, zog nach innen und zog unhaltbar zum 3:0-Schlusspunkt ab. Der kümmerliche zweite Achtmeter Japans konnte von Sebi gefangen werden. Kurz nach seinem Abwurf ertönte der Schlusspfiff.
Das unheimlich freundliche Publikum, das zahlreich erschienen war, jubelte uns zu, als ob wir die japanischen Farben vertreten hätten. Das sind Momente, die man echt nur im Sport erleben kann. Grandios!
Eine Japanerin im Deutschland-Outfit war dabei wahrscheinlich unsere größte Unterstützerin!
Wir werden im Laufe des Abends hoffentlich Zeit finden, einige Impressionen vom Spiel folgen zu lassen.
Nun geht es morgen früh weiter nach Yokohama, um dort am nationalen Pokal teilzunehmen. Daher werden wir den Abend beim Essen gemütlich ausklingen lassen und früh in die Betten verschwinden.



