China – Deutschland 1:1 (0:1)

Shakehands mit China Shakehands mit China

 

Wer hätte es gedacht, dass wir uns nach einem Remis gegen den Vize-Olympiasieger und amtierenen Asienmeister ärgern würden. Doch genau dieses war die erste Reaktion nach dem Abpfiff. Doch alles der Reihe nach.

Früh morgens um 6 Uhr klingelte bei uns bereits der Weckerund wir schlurften schlaftrunken zum Frühstück. Wir freuten uns auf Grund des Fritz-Walter-Wetters auf eine Regenschlacht gegen die Asiaten. Um 07:30 Uhr fuhr dann der Bus zur Spielstätte ab. Am Spielort regnete es jedoch nicht mehr. Dennoch war der Rasen sehr nass und rutschig.

Hein, Alex, Cengiz, Lukas und Mulle vor dem Aufwärmen Hein, Alex, Cengiz, Lukas und Mulle vor dem Aufwärmen

 

Das Aufwärmprogramm begann mit einer Einheit Autogenem Training durch Marko Raseta. Dieses half uns bei der Konzentration und Fokussierung auf unseren Gegner.

Ruhe vor dem Spiel Ruhe vor dem Spiel

 

Unser Trainer ließ die bekannte Startformation beginnen: Mulgheta Russom in der Zentrale sowie Cengiz Dinc und Alexander Fangmann auf der linken und rechten Seite bildeten die deutsche Abwehrgabel. Durch diese sehr defensive Grundaufstellung wollten wir den äußerst dribbelstarken Chinesen das Mittelfeld überlassen, aber sie von unserem eigenen Sechsmeterraum fernhalten. Vorne übernahm Michael Wahl wie gewohnt den Rolle des Alleinunterhalters. Im Tor gab Gianmarco „Gianni“ Blancone sein Länderspieldebüt für Schwarz-rot-gold. Hinter dem gegnerischen Gehäuse guidete Jule Hallanzy.

Cengiz und Alex beim Aufwärmen Cengiz und Alex beim Aufwärmen

Das Spiel begann wie erwartet: Die sehr ballsicheren Chinesen dominierten das Mittelfeld durch eigensinnige Dribbelläufe quer durch unsere Hälfte. Dabei verpassten sie jedoch fast immer den richtigen Moment zum Abspiel oder Torabschluss. Wenn sie dann einmal doch zum Schuss aufs Tor von Blancone ansetzten, gingen diese Schussversuche meist weit vorbei, waren sehr ungefährlich oder wurden von den Abwehrspielern oder Gianni abgeblockt. Unsere physische Überlegenheit wurde schon nach fünf Minuten deutlich, als ein chinesischer Verteidiger im Zweikampf mit Michael Wahl zusammenprallte und mit einer Schulterverletzung ausgewechselt werden musste.

Michael zeigte kurze Zeit später seine Torjägerqualitäten, die ihn für das deutsche Torjägerqualitäten, die ihn für das Nationalteam so enorm wertvoll machen. Nachdem Kapitän Alexander Fangmann den Ball in der eigenen Hälfte erobert hatte, passte er entlang der linken Bande nach vorne zu Michael Wahl. Dieser nahm dem Ball auf, kurvte in seiner unnachahmlichen Art in die Mitte und schoss aus sieben Metern links halbhoch ins Tor ein. Während Michael sein bereits siebtes Länderspieltor mit einem Flick-Flack feierte, waren die Jubelschreie vermutlich bis Istanbul zu hören. Kurz nach seinem Tor erhielt Michael seine verdiente Verschnaufpause und der Stuttgarter Sven Schwarze kam zu seinem zwölften Länderspieleinsatz. Die Chinesen schienen geschockt und brachten auch in der restlichen Zeit der ersten Hälfte nicht mehr viel zu Stande.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Spielgeschehen. Die Asiaten drängten auf den Ausgleich und intensivierten ihre offensivbemühungen mit drei Angreifern. Trotzdem versuchten sie die kompakte deutsche Verteidigung weiterhin nicht mit öffnenden Pässen auseinander zu ziehen, sondern probierten wieder und wieder im Alleingang mit Tempo-Zick-Zack-Dribblings zum Erfolg zu kommen. Bei einem dieser zahlreichen Versuche verzichtete in der 40. Minute der asiatische Angreifer nach dem „Zick“ auf das „Zack“ und schoss aus zentraler Position aus neun Metern zwischen Russom und Fangmann hindurch aufs Tor. Blancone kam zwar noch mit der Hand an den Ball, konnte aber leider den Gegentreffer nicht mehr verhindern. Jetzt galt es, sich dem zunehmenden Druck des WM-Dritten zu widersetzen und den verdienten Punkt über die Zeit zu bringen. Als der Schlusspfiff ertönte, wussten wir zuerst nicht, das Ergebnis einzuordnen. Einerseits standen wir lange davor, eine echte Sensation gegen den Asienmeister zu schaffen. Andererseits ist dieses Resultat gegen ein Team der Weltspitze ein absolutes Erfolgserlebnis für den deutschen Blindenfußball.

Anzeigetafel zeigt den Spielstand 1:1 Anzeigetafel zeigt den Spielstand 1:1

 

So trennten sich die deutsche Abwehrgabel und die chinesischen Dribbelstäbchen gerecht 1:1.

Heute Abend stimmt uns Coach Pfisterer auf das morgige Spiel gegen die Briten ein. Anstoß wird um 12 Uhr Ortszeit (11 Uhr deutscher Zeit) sein.

Der Gruß des Tages geht heute an alle deutschen Blindenfußball-Teams.

Zitat des Tages:
Seb: „Chinesen, die dribbeln, schießen nicht.“

Alex, Seb, Hein

P.S.: Die Fotos – auch zu den älteren Beiträgen – werden nach und nach hochgeladen werden.

4 Antworten auf „China – Deutschland 1:1 (0:1)“

abgesehen von der Besteckkastenvergleichung, kann man sich eigentlich Dinge auch schön Reden?

Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Start in das Turnier.

Endlich zahlen sich eine gute Vorbereitung und lange Trainingsjahre aus. Ein junger Sport in Deutschland hat erstmals eine Perspektive auf internationalem Pakett. Ein gutes Abschneiden bei diesem Turnier könnte zeigen, dass man nicht mehr weit entfernt ist vom Niveau anderer Mannschaften und dass es sich für Sponsoren lohnt national in diesen Sport zu investieren.

@uninteressant: Ja, man kann sich Dinge schön reden oder auch nur schön reden. Das Wort „Besteckkastenvergleichung“ gehört jedoch definitiv nicht dazu. 😉

Gruss aus Niedersachsen

wahnsinns ergebnis leutz, freu mich richtig darüber! Auch nochmal eine Aufmunterung für Giani. Lass den Kopf nicht hängen, du wächst mit jedem Spiel und denk nicht an den Gegentreffer. Gegen die Engländer kann man sein können richtig unter beweis stellen! Viel Glück und ein Verletzungsfreies Spiel

Herzlichen Glückwunsch Jungs zum Punktgewinn. Michael mach weiter so, schöne Tore waren schon immer dein Ding. Viel Erfolg gegen die Briten und ein verletzungsfreies Turnier wüschen die Jungs aus Köln vom PSV

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